Körperliche Beschwerden zeigen sich nicht immer am Ort ihrer Ursache. So können erkrankte Zähne Störungen im restlichen Körper auslösen und nicht selten die Ursache für chronische Erkrankungen sein. Die ganzheitliche Zahnmedizin deckt diese Zusammenhänge durch spezielle Diagnoseverfahren auf und bietet entsprechende Therapien zur Genesung an.
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Was ist Ganzheitliche Zahnmedizin?

Die Ganzheitliche Zahnmedizin betrachtet Zähne und Mund nicht als isoliertes System, sondern als Teil des gesamten Körpers. Mit diesem Ansatz lassen sich gegenseitige Wechselwirkungen erklären: beispielsweise können chronische Kopfschmerzen auf alte Amalgam- Füllungen zurückzuführen sein oder rheumatische Beschwerden durch eine Entzündung im Kiefer ausgelöst werden. Umgekehrt kann das häufige Auftreten von Aphten im Mund unter Umständen auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückgehen, die sonst kaum Auswirkungen hat. Der ganzheitliche Zahnarzt setzt sich mit eben diesen Zusammenhängen auseinander und schlägt darauf aufbauend passende Therapien vor. Dabei kommen häufig auch alternative Behandlungsformen wie Homöopathie oder Akupunktur zum Einsatz. Eine besondere Rolle spielt die Craniomandibuläre Dysfunktion.
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Behandlungsarten

Herdsanierung
Herderkrankungen sind Störungen, die nicht am gleichen Ort wie ihre Ursache auftreten. So können erkrankte Zähne, eine chronische Kieferentzündung oder Fremdkörper im Kiefer Beschwerden an entfernten Stellen des Körpers auslösen. In solchen Fällen ist der Herd, also beispielsweise ein wurzelgefüllter Zahn, zu entfernen.

«NACH EINER HERDSANIERUNG HAT SICH MEIN CHRONISCH HOHER BLUTDRUCK ENDLICH NORMALISIERT.»

Revitalisierung und Prävention   
Aufbauende und stärkende Massnahmen von Stoffwechsel, Weichgewebe und Knochen nach Herdsanierungen. Prävention durch Recall-Systeme mit Mundhygiene, Kontrolluntersuchungen und Aufklärung.

«ICH HATTE LANGE SCHMERZHAFT TRÄNENDE AUGEN. SEIT EINER ECKZAHNSANIERUNG IST DAMIT VORBEI.»

Füllungstherapien  
Amalgamfüllungen bestehen aus einer Mischung von Silber, Zinn, Zink und Kupfer, angerührt mit Quecksilber. Dies kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Schwächegefühl oder Schwindel führen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, bestehende Füllungen durch biologisch verträgliche Materialien zu ersetzen.

«ICH LITT ENTSETZLICH UNTER EINEM METALLISCHEN GESCHMACK IM MUND – BIS MEINE FÜLLUNGEN ERSETZT WURDEN.»

Funktionskieferorthopädie (KFO) 
Kieferorthopädische Frühbehandlung im kindlichen Wechselgebiss zur Beseitigung muskulärer Fehlfunktionen und Förderung von Strukturen, die die natürliche Gebissentwicklung fördern. Zum Einsatz kommen an sich passiv in der Mundhöhle liegende Apparaturen (zum Beispiel Bionator), im Gegensatz zur klassisch festsitzenden Zahnspange.
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Ganzheitliche Testmethoden

1. ZAHNÄRZTLICHE BEFUNDERHEBUNG
Genaue zahnärztliche Untersuchungen sind Vorbedingung zur ganzheitlichen Patientenbetrachtung. Dazu gehören je nach Fall eine exakte Befunderhebung mit Zahnröntgen, Orthopantomogramm (Panoramabild), Vitalitätstests und eine Kiefergelenks-Untersuchung.

2. MUNDSTROMMESSUNG
Eine galvanische Mundstrommessung gibt Auskunft über eventuellen Stromfluss, der zwischen verschiedenen Materialien in der Mundhöhle auftreten kann. Typisch ist hier vor allem auf Metalle wie Gold, Silber und Amalgam-Legierungen zu achten.

3. ZAHNHERDTEST
Die Zahnherddiagnostik zielt darauf ab, die Beziehung zwischen auftretenden Beschwerden und ihren Ursachen zu erkennen. Dazu wird untersucht, ob im Zahnbogen Herde oder Zähne vorhanden sind, die den Körper belasten (z.B. Feinenergetischer Resonanz-Test nach Polozcek).

4. TEST DER BETROFFENEN ORGANE
Dieser trägt dazu bei, Organe oder Stoffwechselprozesse zu identifizieren, welche den Körper belasten und dem Patienten Beschwerden verursachen.

5. INDIVIDUELLE MATERIALTESTUNG
Bestimmung der biologischen Verträglichkeit von Zahnmaterialien und Implantaten.

6. BESPRECHUNG DER MÖGLICHEN THERAPIEN
Die Befunderhebung und Tests geben Auskunft über eventuelle Herkunft und Ursachen der Beschwerden. Die Resultate werden mit dem Patienten besprochen und die erforderlichen ganzheitlichen, ärztlichen und zahnärztlichen Therapien in der angebrachten zeitlichen Abfolge festgelegt.
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Craniomandibuläre Dysfunktion

Wachen Sie häufig mit Kieferschmerzen auf? Kommt es vor, dass Ihr Kiefergelenk blockiert? Haben Sie Schmerzen beim Kauen oder Probleme beim Öffnen des Munds? Knirschen Sie mit den Zähnen? Viele Menschen leiden unter Störungen oder gar Schmerzen im Bereich der Kau-, Kopf-, und Halsmuskulatur und der Kiefergelenke. Die Ursache für Ihre Beschwerden könnte eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) sein. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung des Kausystems. Alternative Begriffe für diese schmerzhafte Erkrankung der Kaumuskulatur und/oder der Kiefergelenke sind Myoarthropathie (MAP) oder der englische Fachterminus Temporomandibular Disorders (TMD). Die gute Nachricht: CMD lässt sich mit vielfältigen Methoden individuell behandeln.

SYMPTOME DER CRANIOMANDIBULÄREN DYSFUNKTION (CMD)

  • Kiefergelenksschmerzen
  • Schmerzen im Bereich der Kaumuskulatur
  • Eingeschränkte Mundöffnung oder Kieferbeweglichkeit
  • Blockaden beim Öffnen und Schliessen des Kiefers
  • Kiefergeräusche wie Kieferknacken oder Reibung in Zusammenhang mit Schmerzen
  • Überbeweglichkeit des Unterkiefers
  • Zähneknirschen oder Kieferpressen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Ohrenschmerzen, Tinnitus


CMD - THERAPIE- UND BEHANDLUNGS-MÖGLICHKEITEN

Schmerzen im Bereich Kiefer und Gesicht beeinträchtigen viele Patienten in ihrer Lebensqualität. Oft fällt es Betroffenen schwer, die Beschwerden exakt zu lokalisieren. In solchen Fällen ist es die wichtigste Aufgabe des behandelnden (Zahn-)Arztes, die genaue Ursache zu ermitteln. Dazu wird eine Untersuchung durchgeführt und je nach Indikation werden Röntgenaufnahmen angefertigt.

Schiene

Eine Behandlung mit Okklusionsschienen kann die Beschwerden aufgrund von Craniomandibulärer Dysfunktion in vielen Fällen positiv beeinflussen. Die Tragezeit von Schienen ist jedoch streng zu begrenzen. Regelmässige Kontrollen durch den Zahnarzt beugen allfälligen Schäden vor.

«BEIM ESSEN KNACKTE UND SCHMERZTE ES IN MEINEM KIEFERGELENK. DANK EINER SCHIENENTHERAPIE, PHYSIOTHERAPIE UND NEUEN VERHALTENSMUSTERN KANN ICH WIEDER SCHMERZFREI ESSEN.»

Psychosomatische Therapie

Viele Studien zeigen auf, dass bei betroffenen Patienten häufig auch psychosoziale Aspekte bei der Therapie berücksichtigt werden müssen. Dies trifft besonders zu, wenn keine körperliche Ursache für die Störung erkennbar ist. Oftmals ist eine interdisziplinäre Betreuung notwendig, die sehr gute Therapieerfolge verspricht.

«MEINE FRONTZÄHNE HABEN SICH DURCH DAS TROMPETENSPIELEN GELOCKERT. EINE STABILISIERUNGSSCHIENE HAT MEINE ZÄHNE WIEDER GEFESTIGT, SODASS ICH MEINEN BERUF ALS MUSIKER NICHT AUFGEBEN MUSSTE.»

Physiotherapie

Wie bei anderen Erkrankungen auch (beispielsweise Rückenschmerzen) können Physiotherapie und Krankengymnastik die Schmerzen lindern und mindern. Abhängig von der individuellen Situation kommen unterschiedliche Behandlungstechniken zum Einsatz, deren Wirkung sich bei Bedarf durch die Anwendung von Wärme und/oder Kälte verbessern lässt.

«BEIM ESSEN KNACKTE UND SCHMERZTE ES IN MEINEM KIEFERGELENK. DANK EINER SCHIENENTHERAPIE, PHYSIOTHERAPIE UND NEUEN VERHALTENSMUSTERN KANN ICH WIEDER SCHMERZFREI ESSEN.»

Medikamente

Medikamentöse Massnahmen können zeitlich begrenzt zur Anwendung kommen, beispielsweise bei entzündlich bedingten Schüben, starken Schmerzen und Muskelverspannungen. Die Medikamente sollten nach entsprechender Indikationsstellung verabreicht werden und die Beschwerden schnell lindern. Eine Dauermedikation gilt es zu vermeiden.